Jedes Kilowatt zählt

Auch im Rathaus und den städtischen Liegenschaften wird verschärft nach weiterem Einsparpotenzial gesucht. Symbolfoto: PM

Die Stadt Gelnhausen erarbeitet ein Sparkonzept für ihre Liegenschaften und die Verwaltung.

Gelnhausen – Weniger städtische Beleuchtung, kühlere Räume, kaltes Wasser zum Händewaschen im Rathaus: Die Gaskrise wirkt sich massiv auf die Versorgungssicherheit mit Strom- und Wärmeenergie aus, die Preise steigen weiter. Und nicht nur die Bürger machen sich vor allem mit Blick auf Herbst und Winter Gedanken, wie sie Energie einsparen können. Auch die Kommunen arbeiten an entsprechenden Spar-Konzepten. Die Stadt Gelnhausen will auf Grundlage des Maßnahmenkatalogs des Hessischen Städte- und Gemeindebundes in ihren Liegenschaften im ersten Schritt mindestens zehn Prozent ihres Verbrauchs einsparen. Weitere Maßnahmen sind auf dem Prüfstand.

„Gebäudebezogene Energiesparmaßnahmen wie das Entlüften der Heizkörper, die Wartung von Heizungs- und Raumlufttechnischen Anlagen, die Zugluftabdichtung von Fernstern und Türen und die Überprüfung und Justierung des Stromverbrauchs gehören in den städtischen Liegenschaften zum Standard. Angesichts der Energiekrise werden wir in den Bereichen, in denen das möglich ist, die Stellschrauben fester anziehen. Dabei sind wir teilweise durch die historische Gebäudesubstanz einiger Liegenschaften eingeschränkt, aber jedes Kilowatt, das wir sparen können, zählt“, so Erster Stadtrat Volker Rode.

Zu den Maßnahmen, die zeitnah umgesetzt werden können, gehört die Festsetzung einer gemäß Arbeitsstättenrichtlinien zulässigen Raumtemperatur von maximal 20 Grad in den Büroräumen der Verwaltung während der Heizperiode. Im Bereich der Kühlung werden die Soll-Temperaturen optimiert. Das betrifft für einige Zeit auch noch die Serverräume der Stadt Gelnhausen, bis zur Verlagerung der Server zu den Kreiswerken Gelnhausen, die noch 2022 erfolgen soll. Ansonsten gibt es in den Liegenschaften der Stadt Gelnhausen Klimatisierung nur dort, wo es erforderlich ist. Die Büroräume der Stadtverwaltung sind nicht klimatisiert. Umgesetzt wird dort derzeit die Umstellung der Handwaschbecken in den WC-Vorräumen auf Kaltwasser.

Der Einsatz von LED-Leuchtmitteln in den öffentlichen Liegenschaften gehört – wo ihr Einsatz möglich ist – bereits zum Standard. Die Umrüstung auf LED in den städtischen Parkhäusern wird ebenfalls zeitnah umgesetzt. Die Abschaltung von nicht-sicherheitsrelevanter Außenbeleuchtung auf öffentlichen Flächen wird derzeit mit den Kreiswerken erörtert. Alle Nutzer/Vereine der städtischen Gebäude und Hallen werden aufgefordert, die Energiesparmaßnahmen in den ihnen zur Verfügung gestellten Räumen zu beachten und umzusetzen.

Die Stadt Gelnhausen setzt bereits seit einigen Jahren auf die Einsparung von Energie durch reduzierte Betriebszeiten, beispielsweise an „Brückentagen“ und über Weihnachten und die Zeit „zwischen den Jahren“. Ob und wie ergänzende Maßnahmen umgesetzt werden können, werde derzeit geprüft, so Rode. Dabei werde auch erörtert, ob und wie einzelne Gebäudeteile oder auch ganze Gebäude zeitweise außer Betrieb genommen werden können. Eine erweiterte Homeoffice-Regelung dürfe in diesem Zusammenhang aber keine bloße Verlagerung des Energieverbrauchs auf die privaten Haushalte der Beschäftigten bedeuten, so Rode, sondern müsse einen Beitrag zur Energieeinsparung insgesamt nach sich ziehen.

Geprüft werden darüber hinaus mittelfristige Maßnahmen wie der Austausch von Wärmeerzeugern, die weitere Nachrüstung mit LED-Beleuchtungsanlagen und Bewegungsmeldern sowie die Beschaffung energiesparender Geräte. Zu diesen mittelfristigen Maßnahmen gehört auch die Prüfung der Dämmung oberer Geschosse und von Hallendächern sowie der Austausch von Fenstern in den städtischen Liegenschaften.

Der größte städtische Energieverbraucher ist das Barbarossafreibad. Dieser Energieverbrauch wird regelmäßig erfasst und ausgewertet. Eine weitere Absenkung der Wassertemperatur ist in vielen Kommunen im Gespräch – auch in Gelnhausen. „Wenn wir die Temperatur absenken, dann erst nach den hessischen Sommerferien“, so der Erste Stadtrat.
ari

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