Wieder Kinderschutzbund

Die Vorsitzenden des Kreisverbandes: Christiane Nitschke (rechts) und ihre Stellvertreterin Tanja De Maeyer. Foto: Privat

Nur kurz nach der Auflösung des Ortsverbands Hanau hat sich ein neuer Kreisverband gegründet.

Main-Kinzig-Kreis – Wenige Monate nach der Auflösung des Ortsverbands Hanau gibt es wieder eine lokale Gruppierung des Kinderschutzbunds, nun in Form eines Kreisverbands. Denn der Einladung von Initiatorin Christiane Nitschke zur Gründungsversammlung im Bürgerhaus Neuberg waren genügend Interessenten gefolgt. Einige Formalitäten, wie beispielsweise die Eintragung ins Vereinsregister, müssen zunächst noch erledigt werden, dann soll es losgehen mit der eigentlichen Arbeit.

15 Gründerinnen oder Gründer müssen es laut den Statuten des Kinderschutzbund-Bundesverbands sein, um einen Orts- oder Kreisverband aus der Taufe zu heben – 18 sind es derzeit beim Kinderschutzbund Hanau/Main-Kinzig-Kreis. Das ist ein guter Start. Zumal auch gleich alle erforderlichen Vorstandsposten besetzt werden konnten. Sie habe schon länger die Idee gehabt, einen Kreisverband zu gründen, da der bisherige Ortsverband mit seinen Aktivitäten auf Hanau beschränkt war, sagt Nitschke, die im Rahmen der Gründungsversammlung zur Vorsitzenden gewählt wurde. Die Auflösung des Ortsverbands machte das Vorhaben umso dringlicher.

In den kommenden Wochen und Monaten wird es darum gehen, den Kinderschutzbund bekannt zu machen und in den Fachgremien der Politik in Hanau – eine Einladung in den Jugendhilfeausschuss der Brüder-Grimm-Stadt liegt laut Nitschke bereits vor – und dem Main-Kinzig-Kreis zu etablieren. Kurz gesagt: Es geht um Lobbyarbeit – in diesem Fall ist das Wort allerdings positiv besetzt.

Denn natürlich dreht sich beim Engagement der Ehrenamtler alles um die Rechte und den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Das Ziel des Kindesschutzbunds ist eine kinderfreundliche Gesellschaft, in der die geistige, psychische, soziale und körperliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefördert wird. Dafür mischt sich der Bund im besten Sinne ein – in der Bundes- und Landesgesetzgebung, bei Planungen und Beschlüssen in den Kommunen. An vielen Stellen werden seine Vertreter von der Politik aktiv in die jeweiligen Gremien eingeladen.

Christiane Nitschke ist Diplom-Pädagogin und gibt unter anderem Kurse („Starke Eltern – Starke Kinder“), auch schon unter dem Dach des früheren Hanauer Ortsverbands. Solche Angebote, zum Beispiel zu dem wichtigen Thema Medienerziehung, sollen in Zukunft wieder angeboten werden. Auch Ideen wie ein Spielefest und der kostenlose Besuch von Kulturveranstaltungen, wie sie schon der Hanauer Ortsverband ermöglicht hatte, seien denkbar.

Der Großteil des Engagements beim Kinderschutzbund wird von Ehrenamtlichen getragen – bundesweit sind es nach dessen eigenen Angaben rund 15 000. In den Verbandsstrukturen arbeiten aber auch etwa 7000 Hauptamtliche. Der Kinderschutzbund besteht aus dem Bundesverband, 16 Landesverbänden und über 400 Ortsverbänden. Mehr als 50 000 Einzelmitglieder unterstützen durch ihre Beiträge die Kinderschutzarbeit vor Ort. Zum Landesverband Hessen gehören 26 Orts-, Bezirks- und Kreisverbände mit insgesamt rund 3400 Mitgliedern, knapp 800 ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie 250 hauptamtlichen Fachkräften.  das