„Löwenstark“ und mit Testheft

Mit einem Testheft starten auch die Schüler des Main-Kinzig-Kreises ins neue Schuljahr – hier werden die Antigen-Selbsttests dokumentiert. Foto: Kerstin Biehl

„Der Unterricht beginnt geregelt“, sagte die Leiterin des Staatlichen Schulamts für den Main-Kinzig-Kreisim Rahmen der traditionellen Pressekonferenz der Einrichtung zum Schuljahresauftakt. Damit dürfte nicht nur Sonja Litzenberger, sondern auch Lehrern und Eltern ein großer Stein vom Herzen gefallen sein.

Main-Kinzig-Kreis – Zwar weiterhin unter Pandemiebedingungen, mit zwei Präventionswochen und zunächst drei Coronatests pro Woche sowie Maskenpflicht im Klassenzimmer, aber reibungslos und gut vorbereitet geht es im Main-Kinzig-Kreis in die ersten Schulwochen. „Wir haben die Hoffnung, nach zwei Wochen die Masken dann nur noch auf den Verkehrswegen tragen zu müssen und auch das Testen auf zwei Mal in der Woche zu beschränken“, so Litzenberger.

Ab sofort gibt es für alle Schüler zudem ein Testheft, mit dem sie sich die Durchführung eines Antigen-Selbsttests bescheinigen lassen können. Die Vorlage des Hefts in Kombination mit einem Ausweisdokument ersetzt den negativen Testnachweis einer zertifizierten Teststelle und kann hessenweit beim Besuch eines Kinos oder Restaurants genutzt werden. Wer das Heft regelmäßig und aktuell führt, gilt jederzeit als negativ getestet. Die Nutzung des Testhefts ist für alle Schülerinnen und Schüler freiwillig.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir durch weiterhin intensive Kommunikation, ein engmaschiges Netzwerk, eine enge Verzahnung, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit und verantwortungsvolles Handeln, nicht nur für einen selber, sondern auch für die Gemeinschaft, die durchaus zu erwartenden weiteren Erschwernisse bewältigen werden“, so Schulamtsleiterin Litzenberger, die als oberstes Ziel für dieses Schuljahr einen regulären Schulunterricht formuliert, bei dem die Gesundheit aller Beteiligten im Vordergrund steht.

„Um Schülerinnen und Schüler beim Aufholen verpassten Lernstoffs zu unterstützen, wurde vom Land Hessen ein Förderprogramm mit breit gefächerten Angeboten für Kinder und Jugendliche auf den Weg gebracht“, so Litzenberger. „Löwenstark – der BildungsKick“ besteht unter anderem aus Förderkursen, einer individuellen Lernbegleitung im Unterricht, Hausaufgabenbetreuung, Online-Nachhilfe, Lerncamps, Angeboten der kulturellen Bildung, Bewegungsangeboten sowie sozialpädagogischer und psychologischer Unterstützung. Flankiert wird das Programm von einem dichten Netzwerk außerschulischer Kooperationspartner, mit denen bereits eine Vielzahl an Vereinbarungen getroffen wurde.

Bereits in den Sommerferien wurde im Main-Kinzig-Kreis in mehr als 20 Lerncamps mit dem Aufholen begonnen. Die Angebote in den Schulen werden sukzessive auf- und ausgebaut. Dabei wird „Löwenstark“ personell von Abiturientinnen und Abiturienten, Studierenden, pensionierten Lehrkräften, Lesepatinnen und Lesepaten, Fachpersonal von Stiftungen, Vereinen und Bildungsträgern sowie ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern unterstützt.

In den vergangenen Wochen haben bereits zwischen dem Staatlichen Schulamt für den Main-Kinzig-Kreis und den interessierten Unterstützungskräften Kennenlern-Veranstaltungen stattgefunden. Auch Schulleitungen und Lehrkräfte erhalten in den kommenden Monaten zusätzliche Möglichkeiten zur personellen Unterstützung, für Fortbildungen, zur speziellen Beratung und zum Coaching. Daneben wurde die Schulpsychologie zur psychosozialen Unterstützung der Schulen verstärkt.

4006 Schulanfänger gibt es in diesem Schuljahr im Kreisgebiet (davon 1046 in Hanau), insgesamt sind es im Kreis 51 239 Schüler.  142 neue Lehrkräfte starten in ihren neuen Job, insgesamt gibt es kreisweit 3557 Lehrerstellen.

Oberstudienrat Stefan Engel informierte über eine „nach wie vor vergleichbare Schülerzahlentwicklung im Vergleich zu vergangenen Jahren“. Dabei setzen sich die Übergangsquoten von Klasse 4 zu Klasse 5 (weiterführende Schule) wie folgt zusammen: Aufs Gymnasium wechselten 42,9 Prozent der Kinder, an die Realschule 25,7 Prozent. Ihre Schullaufbahn setzen 23 Prozent der Schüler an einer Integrierten Gesamtschule fort, 5,9 Prozent wechselten auf die Hauptschule und 2,5 Prozent in die Förderstufe. Dabei konnten nicht alle Erst- oder auch Zweitwünsche der Schüler ihre Wunschschule betreffend erfüllt werden. Oberstudienrat Engel: „Es gab Schulen, wie etwa die Karl-Rehbein-Schule oder die Hohe Landesschule, die zu viele Anmeldungen hatten.“

Auch am Realschulzweig der Otto-Hahn-Schule konnte nicht allen Wünschen entsprochen werden, genauso wie am Grimmelshausen- Gymnasium in Gelnhausen sowie an der Kopernikusschule in Freigericht.

VON KERSTIN BIEHL

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