Neuer Service im tiefen Wald

Eine der letzten Amtshandlungen: Susanne Simmler (Mitte) stellte gemeinsam mit Richard Freund, Berthold Scheiber, Annika Ludwig, Geschäftsführerin des Naturparks Hessischer Spessart, Hans Hess, Marga Eisenacher, und Sibylle Hergert, neue Picknick-Abholstation in Lohrhaupten vor. Foto: PM

Verpflegung der Wanderer ohne Schleppen: Picknick-Abholstation in Lohrhaupten vorgestellt.

Main-Kinzig-Kreis – Es ist ein schöner, Platz an einer schattenspendenden Hecke. Rustikal gezimmerte Bänke und ein ebensolcher Tisch laden Wandernde zu einer erfrischenden Rast ein. Neben dem Rastplatz befindet sich ein schweres Betonrohr mit stabilem, abschließbaren Deckel und ein grün-weißes Schild, auf dem ein gefüllter Picknickkorb und der stilisierte Schwarzspecht des „Naturpark Hessischer Spessart“-Logos zu sehen ist. Genau hier, hoch über Lohrhaupten, mit weitem Blick über Felder, Wiesen und Wälder hat der Naturpark-Verband eine Picknick-Abholstation eingerichtet.

Susanne Simmler und Naturpark-Geschäftsführerin Annika Ludwig haben gemeinsam mit Sibylle Hergert, Bürgermeisterin von Flörsbachtal, Berthold Schreiber, Erster Beigeordneter der Gemeinde Jossgrund, Grundstückseigentümer Richard Freund und Hans Hess, Inhaber des Einladens in Jossgrund, die Picknick-Abholstation der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Station befindet sich direkt an der Spessartfährte „Sonnenhänge Lohrhaupten“ und dem „Grünseelchenweg“, einer literarischen Erlebniswanderung von etwa fünf Kilometern Länge, die von Marga Eisenacher nach einem Märchen von Rosemarie Knechtel initiiert wurde. Eine weitere Station ist in Burgjoß zu finden und liegt an der Spessartfährte „Jossgrund Runde“. Susanne Simmler ließ sich von Annika Ludwig und Hans Hess das Pilotprojekt im Detail erläutern. Die scheidende Erste Kreisbeigeordnete war von Konzept und Umsetzung begeistert: „Hier haben sich zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Menschen mit der richtigen Idee zusammengetan, um den Spessart für Menschen, die Glücksmomente in der Natur suchen, noch ein ganzes Stück attraktiver zu machen.“

Beide Stationen wurden im vergangenen Jahr errichtet und sind Teil eines Pilotprojekts. Es soll Erholungssuchenden, Wandernden, Radlerinnen und Radlern ermöglichen, ein vorab online gebuchtes Picknick zu genießen. „Damit wird der Rucksack ein wenig leichter“, freute sich Simmler und fuhr fort: „Menschen suchen verstärkt Mikroabenteuer, besondere Erlebnisse hier draußen in der Natur. Das machen alle am Pilotprojekt Beteiligten gemeinsam möglich.“

Das Picknick wird von einem Betreiber vorbereitet und in der abschließbaren Betonröhre deponiert. Der Deckel ist mit einem Schloss mit Code versehen und kann nur per Code geöffnet werden. Die Buchung erfolge online über einen entsprechenden Link auf der Seite www.naturpark-hessischer-spessart.depicknickservice, erläuterte Annika Ludwig. „Wir haben ein Zeitfenster von drei Stunden vorgesehen, in dem der Code gültig ist“, ergänzt Betreiber Hans Hess. Seit dem 1. Mai sind bei ihm Picknicks für beide Standorte buchbar. Während in Lohrhaupten bis zu 15 Personen die sehr ansprechend vorbereitete Jause genießen können, sind es in Burgjoß bis zu acht. „Wir bieten regionale und saisonale Speisen und Getränke an. In der Betonröhre stehen die Produkte in einem hübschen Picknickkorb und in einer zertifizierten Kühlbox. Aus Gründen der Nachhaltigkeit werden wir Mehrwegverpackungen verwenden“, so Hans Hess. Geplant sind neben klassischen Picknicks auch vegetarische und vegane. Die Preise starten bei 32 Euro.

Wie Annika Ludwig ausführte, sucht der Naturpark weitere Betreiber, die Lust haben mitzumachen: „Sie können sich gern bei uns melden, um weitere Informationen zu bekommen oder ihr Interesse zu bekunden.“ Gefördert wird das Pilotprojekt aus dem Regionalbudget von Spessart-Regional.

Die Zahl der Nutzer wird erfasst, um den Erfolg des Angebots zu bewerten. Ist das Ergebnis positiv, soll das Projekt auf weitere Kommunen ausgeweitet werden.

Die Installation einer Picknick-Abholstation kostet etwa 1500 Euro.

In dieser Summe ist die Förderung aus dem Regionalbudget noch nicht enthalten. Simmler und Annika Ludwig hoffen, dass die moderaten Kosten Kommunen im Main-Kinzig-Kreis anregen, ebenfalls Jausenstationen zu schaffen. „Es sind weder große Investitionen noch ist großer Aufwand erforderlich. Eine Picknick-Abholstation ist einfach zu machen und einfach zu handhaben. Sie steht und fällt mit jemandem, der Spaß daran hat, die Station zu bestücken.“

Die Standorte wurden in Abstimmungen mit den Gemeinden Jossgrund und Flörsbachtal festgelegt und von den jeweiligen Bauhöfen vorbereitet. Gebaut wurden sie von der Schreinerei und dem Montageservice Thomas Sinsel in Jossgrund. Jede Station ist außerdem mit einer ausführlichen Informationstafel ausgestattet, die genau erklärt, wie alles funktioniert.
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