Spende für Behindertenschule

Kreisbeigeordneter Matthias Zach, Erlensees Bürgermeister Stefan Erb und Landrat a.D. Karl Eyerkaufer (von links) inmitten der Bewohner bei ihren Hilfsreisen nach Beruwala auf Sri Lanka. Foto: PM

AWO Ortsverein Wächtersbach leistet internationale Hilfe.

Wächtersbach – Der am 26. Dezember 2004 Teile Asiens zerstörende Tsunami ist vielen noch in guter Erinnerung. Während in Deutschland das Weihnachtsfest gefeiert wurde, verloren zigtausende Menschen in Asien ihr Hab und Gut. Sie verloren zudem Familienangehörige und Freunde, die in den Fluten ihr Leben lassen mussten. Viele Menschen auf der ganzen Welt wurden in den Medien Augenzeugen dieser Naturkatastrophe und nahmen Anteil daran, indem sie Spenden, die dem Wiederaufbau dienten, leisteten.

Zu diesen Spendern gehörte auch der Main-Kinzig-Kreis, der federführend durch den Landrat a.D. Karl Eyerkaufer, sich zum Ziel gesetzt hatte, den vom Tsunami betroffenen Menschen in Sri Lanka und insbesondere von Beruwala, sofortige Hilfe zu Gute kommen zu lassen.

Eyerkaufer, der seit dem Unglück bereits 33 mal die Krisengegend besucht und durch seine Spendenaufrufe dazu beigetragen hat, dass bisher 42 Schulgebäude, 13 Kindergärten, 388 Häuser, eine Frauen- und Zahnklinik sowie ein Altenheim gebaut werden konnten, betrachtet diese humanitäre Aktion als sein Lebenswerk. Da Beruwala trotz dieser vielen Bauwerke noch immer in starkem Maße unter den Zerstörungen, die der Tsunami ausgelöst hat, leidet und noch weitere Hilfe, die der Verbesserung der Infrastruktur und der Lebensqualität dienen, erforderlich sind, werden weiterhin Spender gesucht.

Zu diesen Spendern gehört nunmehr auch der Ortsverein Wächtersbach der Arbeiterwohlfahrt(AWO). Nachdem die AWO Kenntnis davon erlangte, dass in der in Beruwala befindlichen Behindertenschule 15 Kinder in einem Klassenraum mit einer Größe von lediglich neun Quadratmetern unterrichtet werden, stand es für diese soziale Organisation außer Frage, Abhilfe zu schaffen. So entschied sich der Ortsvorstand, die Kosten, die durch den Bau einer neuen Schule entstehen, zu übernehmen. „Durch die Übernahme dieser Kosten, die der finanziell marode Staat Sri Lanka nicht zu leisten im Stande ist, tragen wir dazu bei, den behinderten Kindern eine qualifiziertere Schul- und Lernqualität zu ermöglichen und ihnen dadurch den Weg in eine bessere Zukunft zu ebnen“, ist sich der Ortsvereinsvorsitzende der AWO Wächtersbach, sicher.

Der Leiter der kleinen Schule für Kinder mit Einschränkungen, Dilshard Ahmed, hat dem Landrat a. D. Karl Eyerkaufer, bei seinem letzten Besuch die Unterlagen für den geplanten Neubau der Behindertenschule in Beruwala persönlich überreicht. Das Gelände, auf dem die Schule errichtet werden soll, wurde von den Eltern der betroffenen Kinder zur Verfügung gestellt und konnte beim letzten Besuch im Februar dieses Jahres besichtigt werden. Die Baumaßnahmen werden durch eine einheimische Firma durchgeführt und zusätzlich von den Eltern durch freiwillige Hilfsaktionen unterstützt. Die offizielle Übergabe und Einweihung des neuen Schulgebäudes wird im November 2024 bei der nächsten Hilfsreise nach Beruwala stattfinden.

Den Mitgliedern des Ortsvorstandes ist diese großzügige Spende zu verdanken, denn sie stimmten unisono für diese humanitäre Maßnahme. „Wenn man die schulischen Bedingungen zwischen Beruwala und Deutschland vergleicht, kommt man gar nicht umhin, dieser notwendigen Maßnahme die Zustimmung zu erteilen“, lautet das eindeutige Credo der Vorstandsmitglieder.

Dieses Verhalten der Vorstandsmitglieder stellt zum wiederholten Male unter Beweis, welch großes Herz der Ortsvorstand der AWO Ortsverein Wächtersbach für in Not geratene Menschen besitzt. So, wie es das „offene Herz“ des AWO-Symbols, sinnbildlich darstellt.
ari