Neue Hoffnung nach Schicksalsschlag

Lian (2) aus Niedermittlau hat gute Chancen, wieder gesund zu werden. Foto: PM

Hasselroth – Das Video, das Lians Eltern auf Facebook veröffentlicht haben, dauert nur eine halbe Minute. Die Mutter, gerade mit Lian in der Ambulanz des Krankenhauses, liest eine handschriftliche Notiz vor, die sie eben erhalten hat. „Wir haben die besten Nachrichten“, sagt sie mit Tränen in den Augen. „Wir haben sehr viele Zwillingsspender.“

Das bedeutet, dass der leukämiekranke Zweijährige aus Niedermittlau die besten Chancen hat, einen geeigneten Stammzellenspender zu finden. Lian leidet unter einer sehr schwer behandelbaren Form von Blutkrebs. Nur die Stammzellenspende kann sein Leben retten.

„Die Nachricht hat Lians Eltern sehr gestärkt“, erzählt uns Astrid Botzem-Morras am Telefon.

Sie und weitere Freunde der Familie haben sich zu einem Unterstützer-Team zusammen getan, während die Eltern alle Kraft darauf verwenden, dem kranken Lian und dem älteren Sohn Luca beizustehen. Die Nachricht sei sozusagen der „Jackpot“, sagt Botzem-Morras. Dazu kommt, dass diese Spender bereits auf nationaler Ebene gefunden wurden. Das, sagt sie, sei durchaus selten. Es gibt leider viele Patienten, die lange vergeblich einen Spender suchen.

Seinen zweiten Chemotherapieblock im Krankenhaus hat Lian bereits hinter sich. .„Er verträgt sie gut“, erklärt die Freundin der Familie. Zwei hat er noch vor sich und wenn alles gut geht, kann im Oktober die Stammzellenspende vorgenommen werden.

Die Ärzte haben das große Glück, auswählen zu können, welcher der geeigneten Spender der beste Kandidat ist.

Vor zwei Wochen hat das Helferteam eine große Registrierungsaktion gemeinsam mit dem DKMS auf die Beine gestellt. Sie war ein voller Erfolg: 675 Personen haben sich typisieren lassen, erzählt Botzem-Morras. Und es kamen 13 500 Euro Spenden zusammen.

Mit den Spenden, die über ein Konto eingingen, konnten sich die Beteiligten über eine Gesamtsumme von fast 23 000 Euro für den DKMS freuen. „Das ist sensationell“, sagt die Freundin. „Das deckt fast die gesamte Typisierungsaktion ab.“ Die nämlich beläuft sich auf 26 000 Euro.

Besonders rührend ist sicher die selbstlose Geste eines Niedermittlauer Eintracht-Frankfurt-Fans, der sein handsigniertes T-Shirt von Spielern der Europa-League Sieger versteigert hat. Der Meistbietende erwarb das Shirt für 2500 Euro, seine Mitbewerber stockten die Summe auf über 5000 Euro auf. Das T-Shirt habe die großzügigen Spender schließlich Lian geschenkt. „Es hängt in seinem Zimmer und seine Eltern warten nun darauf, dass es ihm irgendwann passt“, so Botzem-Moras. Hilfe komme von allen Seiten, sagt Botzem Morras. „Ich bin wirklich stolz auf unsere Gemeinde.“  sem

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