Schad setzt auf Basisarbeit

Max Schad wurde zum neuen Parteivorsitzenden der CDU Main-Kinzig gewählt. Foto: Mike Bender

Als das Ergebnis der Wahl verkündet wird, scheint Max Schad selbst ein wenig überrascht zu sein. Von 168 Delegierten, die zum Kreistag der CDU Main-Kinzig gekommen sind, haben 152 das „Ja“ auf dem Wahlzettel angekreuzt. Zwei Enthaltungen gab es. 14-mal wurde mit Nein votiert.

Region – Es gibt Applaus und Blumen für den Nachfolger von Katja Leikert, die den Parteivorsitz – sie war 2018 am selben Ort zur Nachfolgerin von Johannes Heger gewählt worden – vier Jahre inne und nicht mehr kandidiert hatte. Sie wolle sich auf ihr Bundestagsmandat konzentrieren, hatte die 47-Jährige kürzlich in einem Interview erklärt.

„Sehr schön“, sagt Max Schad mit Blick auf den bunten Strauß, den er überreicht bekommt, „ich habe noch keinen zum Muttertag besorgt.“ Lautes Lachen in der Klosterberghalle.

Die Szene spiegelt sehr gut die Atmosphäre wider, die im Saal und in den Reihen zu spüren und zu sehen ist. Große Freude über einen Parteitag in Präsenz, über das Wiedersehen vieler Parteifreunde, immerhin sind 15 Stadt- und Gemeindeverbände komplett erschienen an diesem Abend, über zwei gewonnene Bürgermeisterwahlen – Bad Orb und Großkrotzenburg, über die bundespolitische Positionierung der CDU durch Friedrich Merz und seinen Besuch in der Ukraine.

Leikert räumt in ihrer Rede ein, dass man sich ein besseres Bundestagswahlergebnis gewünscht hätte. Die CDU hat das Direktmandat in den beiden Wahlkreisen 175 (Peter Tauber) und 180 verloren. Leikert zog über die Landesliste in den Bundestag ein, Lennard Oehl (SPD) gewann in ihrem Wahlkreis das Direktmandat. Es sei ein Fehler gewesen, so die promovierte Politikwissenschaftlerin, dem Votum des Kreisparteitages nicht zu folgen. Dass sie sich für Armin Laschet aussprach, obwohl die Mehrheit für Friedrich Merz votierte, nahmen ihr viele von der Basis übel. Im zweiten Anlauf klappte es dann doch für und mit Merz.

„Wir müssen geschlossen bleiben“, rief Leikert der Versammlung zu, „dann sind wir am stärksten.“ Ja, räumte sie ein, das sei zwar eine Binse, aber dennoch müsse man diesen Punkt noch stärker berücksichtigen. Gerne und stolz sei die Vorsitzende der CDU Main-Kinzig gewesen. „Ich bin überzeugt, dass der Vorsitz mit Max weiter in guten Händen ist“, so Leikert.

Dass die CDU im Leben von Schad eine besondere Rolle spielt, daraus machte der Wahl-Großkrotzenburger keinen Hehl. Seine Frau ist in der CDU, sein Schwiegervater ebenfalls. „Es gibt hier viele Freundschaften“, so Schad. Der 39-Jährige ist seit 2005 CDU-Mitglied. Er hat Politikwissenschaften und öffentliches Recht studiert, war Büroleiter von Leikert, Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Heute ist er Mitglied der Kreistagsfraktion und Fraktionsvorsitzender in Großkrotzenburg.

„Der Max geht im Wahlkampf mit von Haustür zu Haustür. Das ist einer von der Basis“, sagt einer der Gratulanten und klopft dem frisch gewählten Vorsitzenden auf die Schulter. Anerkennend.

Die Basis, von der viele sagen, dass Katja Leikert sie vernachlässigt habe, will Schad wieder stärker zusammenbringen. „Die Leute erwarten Basisarbeit“, sagt er nach der Wahl im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Kreisverband müsse mehr Dienstleister für die Ortsverbände sein, das fange bei der Gestaltung eines Flyers an und ende bei inhaltlichen Debatten. Diskutieren, sichtbar sein, Position beziehen – all das habe er sich auf die Agenda geschrieben.

„Es muss aber wertschätzend sein und Kritik intern geübt werden“, erklärt er und denkt dabei sicher an Vorwürfe und Debatten, die aus der Partei heraus in die Öffentlichkeit getragen wurden.

Zudem gelte es, die Gemeinschaft zu pflegen: Ausflüge, Feste, wieder zusammenrücken durch ein geselliges Beisammensein. Das klingt zwar fast schon banal, aber dennoch nach einem guten Plan

VON YVONNE BACKHAUS-ARNOLD

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