Segelflugzeug-Oldtimer kreisen über Gelnhausen

211-mal haben sich Oldtimer-Flugzeuge in den Himmel über Gelnhausen geschraubt. Einige der betagten Fluggeräte konnten im Cabrio-Modus, also mit offener Haube geflogen werden. Fotos: pm

Gelnhausen – Auf dem Flugplatz Gelnhausen hat die traditionelle Oldtimer-Segelflugwoche des Vereins zur Förderung des historischen Segelflugs (VFhS) stattgefunden. Auf dem Gelnhausener Flugplatz unterhält der VFhS seine stärkste Außenstelle mit rund 25 aktiven Mitgliedern. Insgesamt wurden 211 Starts mit einer Gesamtflugzeit von mehr als 78 Stunden absolviert.

Drei Flugzeuge des VFhS sind hier stationiert: Die Ka2b D-5481, ein Schulungs-und Leistungsdoppelsitzer Baujahr 1956, die Olympia Meise D-1348, Werknummer 01 nach dem Krieg, Baujahr 1956, ein Einsitzer, entworfen 1936 für die Olympischen Spiele des Jahres 1940, bei denen der Segelflug erstmals olympisch werden sollte. Die Spiele fanden allerdings nicht statt.

Außerdem die Musger 23 SL OE-0661, ein Leistungseinsitzer aus Österreich, Werknummer 016 von 27 gebauten Exemplaren, gebaut bei der Firma Oberlerchner in Spittal an der Drau, von denen nur noch wenige Exemplare flugtüchtig sind.

Neben diesen drei am Platz beheimateten Segelflugzeugen kamen aus ganz Deutschland noch andere „Schätze“ dazu. Rolf Porz aus der Nähe von Köln brachte den B-Spatz D-1625 mit. Mit Baujahr 1954 ein gut erhaltenes einsitziges kleines und wendiges Oldtimerflugzeug das im Verein durchaus seine festen Liebhaber hat.

Fehlen durfte auch nicht die K8b D1573 von der Hauptstelle Neuburg a. d. Donau. Dieser gelb-blaue Schulungseinsitzer verfügt nicht nur über absolut harmlose und ausgewogene Flugeigenschaften, sondern kann wahlweise mit geschlossener Kabinenhaube sowie auch mit offenem Cabriolet-Cockpit geflogen werden. Die Temperaturen waren recht angenehm warm in der Flugwoche, sodass die K8b viel genutzt wurde, um sich im offenen Cockpit etwas abzukühlen.

Die italienische „Bella“, eine Morelli M100S, Kennzeichen I-ALEB gehört seit letztem Jahr zum Flugzeugpark des VFhS. Sie ist ein Einsitzer mit guten Streckenflugeigenschaften und findet so langsam ihre Anhänger im Verein.

Ursprünglich aus Mailand gekommen, ist sie seit letztem Jahr in der Außenstelle Oberschleißheim zu Hause, von wo aus sie dann nach Gelnhausen gekommen war, um im Anschluss weiter auf die Wasserkuppe zu gehen, um dort die Flugsaison zu beschließen.

Eine Woche vor der Flugwoche ist die K-10 D-3629 als Neuzugang in die Flotte des VFhS gekommen.

So frisch und neu erregte sie natürlich das Interesse aller anwesenden Piloten. Es wurden nur 12 Stück bei der Firma Alexander Schleicher Flugzeugbau in Poppenhausen gebaut.

Die D-3629 ist die Letzte mit Werknummer 012 aus dem Jahr 1964.

Sie ist damals von ihrem Konstrukteur Rudolf Kaiser zum Optimieren der Streckenflugeigenschaften genutzt worden und gilt als Vorläuferin der dann in hohen Stückzahlen gebauten und sehr erfolgreichen Ka6e.

Der VFhS ist sehr stolz auf dieses besondere Exemplar und ist damit im Besitz der gesamten Ka-Reihe der von Rudolf Kaiser konstruierten Segelflugzeuge von der Ka1 bis zur K-10, ausgenommen der K-9, von der es leider kein Exemplar mehr gibt.

Vom ROSC, dem Oldtimersegelflugclub der Wasserkuppe, war außerdem die Ka6e D-4368 zu Gast.

Als Privatflugzeug war eine weitere K8b D-6377, Werknummer 636, Baujahr 1959 bei der Flugwoche dabei. Sie ist ebenfalls in Gelnhausen stationiert und wird dort privat betrieben. Auch sie besitzt ein Cabriolet-Cockpit und wurde daher in der Woche ebenfalls offen geflogen.

Der Aeroclub Gelnhausen bietet eine sehr gute Infrastruktur, die von den Oldtimergästen immer wieder gerne angenommen wird.

Der Flugplatz liegt rund 50 Kilometer im Osten des Frankfurter Flughafens und ist deshalb mit einem Luftraum bis 3500 Fuß MSL gedeckelt. Das bedeutet für die Segelflieger eine maximal fliegbare Höhe von 930 Meter über Grund.

Allerdings ist man mit der Flugsicherung in einem guten Kontakt und es besteht die Möglichkeit auf Anfrage sogenannte Segelflugsektoren öffnen zu lassen. So war es auch in der Flugwoche. Der Luftraum wurde bis 6500 Fuß, also gute 1850 Meter freigegeben, und somit bestand hier keine nennenswerte Einschränkung mehr.

Es ist Winden- und Flugzeugschlepp möglich, der Flugplatz verfügt über eine Größe, die ein entspanntes Fliegen zulässt. upn

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